Werkzeugbauproduktion sinkt 2019 um 8 Prozent

VDMA

Auftragsflaute aus der Automobilindustrie trifft Teile der Branche hart. Initiative FAIRNESS+ wirbt um effiziente Abnahmeprozesse und transparente Verträge.

„Die Produktion der Werkzeugbauten ist 2019 im Schnitt nur um rund 8 Prozent gesunken.“ sagte Marco Schülken, Vorsitzender VDMA Werkzeugbau am 15. Januar 2020 in Frankfurt und fügte hinzu: „Allerdings darf man wie üblich dem Durchschnitt nicht trauen, denn viele Unternehmen, die überwiegend in die Automobilbranche liefern, kämpfen aktuell ums Überleben.“

Weltweit entwickelten sich die Umsätze im Projektgeschäft mit der Automobilindustrie, dem Maschinenbau und der Luftfahrtindustrie 2019 negativ. Selbst aus dem Bereich der Medizintechnik meldet die Branche leichte Absatzrückgänge und die Kunststoffindustrie ist ähnlich wie die Automobilindustrie in einem Umbruch.

Rund die Hälfte der Unternehmen im Werkzeugbau reduziert derzeit ihre Arbeitszeitkonten. In einigen Betrieben ist Kurzarbeit bereits ein Thema, in vielen wird es diesem Jahr eines werden. Obwohl gerade für den Werkzeugbau die erfahrenen Fachkräfte besonders wichtig sind, wird die Branche voraussichtlich den heute erreichten Beschäftigungsstand 2020 nicht halten können. Im Bereich der Medizintechnik und der Luftfahrtindustrie überwiegt die Erwartung an ein gleichbleibendes Geschäft. Ein Wachstum ist in keiner der Kundenbranchen in Sicht. Daher geht die Branche davon aus, dass der Umsatz in diesem Jahr um rund 7 Prozent unter dem Ergebnis des Vorjahres bleibt.

Schülken: „Und in dieser schwierigen Situation versuchen tatsächlich marktmächtige Kunden, sich bei ihren Lieferanten mit sogenannten Partnerschaftsangeboten Liquidität zu verschaffen und zusätzlich die Zahlungsziele zu Ungunsten der Werkzeugbauten zu ändern. Mir scheint, denen ist das geflügelte Wort vom Sägen an dem Ast, auf dem man sitzt, nicht geläufig. Denn nur in einer echten Partnerschaft auf Augenhöhe werden beispielsweise die Autohersteller und ihre System- sowie Komponenten-Lieferanten in der DACH-Region überhaupt eine Chance haben, gemeinsam mit den Werkzeugbauten zu überleben.“ Der gemeinsame Erfolg aller Partner entlang der Wertschöpfungskette steht im Mittelpunkt der Initiative FAIRNESS+, die der VDMA Werkzeugbau im vergangenen Jahr gestartet hat. Unter dem Motto „Ein PLUS für Alle!“ werben die Partner – darunter seit vergangenen September auch der Verband der Hersteller von technischen Kunststoff-Produkten GKV/TecPart –  in diesem Jahr um effiziente Abnahmeprozesse und transparente Verträge.

Im VDMA Werkzeugbau haben sich die Hersteller von Stanz- und Umformwerkzeugen, Formen, Normalien und Vorrichtungen zusammengeschlossen. Die Produkte der Branche zählen zu den Betriebsmitteln. Sie ermöglichen den Kunden eine hochproduktive Serienfertigung und erschließen ständig neue Kosteneinsparungspotentiale.